Eiserne Lady

Politik | EVA WEISSENBERGER und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

ÖVP Der Kanzler macht seine Vertraute zur Außenministerin. Mit Ursula Plassnik sind die Zeiten des unverbindlichen Lächelns vorbei. 

Bis vor kurzem sprach Ursula Plassnik in der Öffentlichkeit nur in knappen Sätzen. Die hörten sich oft wie Befehle auf dem Kasernenhof an. "Jetzt ist es aber genug!", herrschte die Büroleiterin Fotografen an, wenn diese den Kanzler wieder einmal zu lang, also länger als eine Minute, knipsten. Freche Paparazzi, die Wolfgang Schüssel gar aus der Froschperspektive ablichten wollten, brachte Plassnik mit einem enervierten "Was machen Sie da eigentlich!?" zur Räson. Den wenigen Journalisten, die unter ihrer Regentschaft ins Kanzleramt vorgelassen wurden, erging es kaum besser. "Warum sind Sie nicht längst drinnen? ER wartet doch schon!", schimpfte Plassnik manchen Schreiberling, der im Vorzimmer mit den Mitarbeitern herumschäkerte, anstatt andachtsvoll auf seine Audienz zu warten. Während der Kanzler Interviews gab, hielt sie allzu lästige Zeitungsfritzen


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