Geste für Geste

Politik | ARMIN THURNHER | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

AUSZEICHNUNG Bundespräsident Heinz Fischer ehrte Leon Zelman, den Gründer und Leiter des Jewish Welcome Service, mit einem Orden. 

Es war eine Szene der eher ungewöhnlichen Art. Gut hundert Wiener Juden, durch Vertreibung längst zu Amerikanerinnen und Amerikanern geworden, füllten die Sesselreihen in den Prunkräumen des Bundespräsidenten. Die ersten Reihen waren von großen Alten der Politik wie Altkanzler Vranitzky und Altbürgermeister Gratz besetzt, dazu kamen die Spitzen der jüdischen Gemeinde, Ariel Muzicant und Rabbiner Chaim Eisenberg. Am Rand und im Hintergrund standen Spitzenbeamte, Historiker, Ärzte, Journalisten. Der Saal der Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg war zum Bersten voll.

  Die Szene galt Leon Zelman, den zu ehren die einen gekommen waren; die anderen, die vertriebenen Wienerinnen und Wiener, hatte er selbst eingeladen, ja er hatte sich ausbedungen, dass sie bei der Ehrung, um die es ging und die ihm galt, anwesend waren. Ihre Anwesenheit war ein Zeichen


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