WOFE

Medien | ARMIN THURNHER | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

GEBURTSTAG Die News-Verlagsgruppe schenkt ihrem Gründer Wolfgang Fellner ein Magazin. 

Was kann man von einem Menschen erwarten, der sich im eigenen Magazin als "Sieger" bezeichnen lässt? Wohlgemerkt, nicht, weil er etwas gewonnen hat, sondern weil er sich als einer fühlt. Kein Zweifel, Wolfgang Fellner, der es sich nicht nur gefallen ließ, sondern der selbst diesen angeberischen Ton durchsetzte (deshalb nennt man ihn "Tonangeber"), gehört zu den Erfolgstypen des späten 20. Jahrhunderts in Österreich. Das macht diese Jahre nicht sympathischer.

  Dieser Wolfgang Fellner, Gründer bedeutender Magazine wie Rennbahn-Express, Basta und News, kurz WoFe genannt, hat zu seinem fünfzigsten Geburtstag von der News-Gruppe ein Jubelheft bekommen, also von jenem Verlag, den er gegründet und zum Großteil bereits wieder verkauft hat, um ihn demnächst durch die Neugründung einer Tageszeitung fertig zu machen. Das Jubelheft heißt "WOFE", sieht aus wie News und versammelt allerlei Schmeicheleien von Mitarbeitern und Promis, die dem Sieger das Goderl kratzen.

  Aus der Flut der Verlogenheiten ragt das Statement von WoFes Zwillingsbruder in Sachen Erfolg durch Ehrlichkeit heraus. Ich meine nicht Helmuth Fellner, WoFes kommerzielles Alter Ego. WoFes wahrer Zwillingsbruder im Erfolg ist Jörg Haider. Zum journalistischen Übertreibungskünstler der Nation gehört der politische. JöHa ist mit einem Statement in WoFes Jubelnummer präsent, dem (egal ob er es wirklich gesagt hat oder nicht) nichts hinzuzufügen ist: Er brauche ihm nichts zum Geburtstag zu schenken, weil er "ohnedies bereits das größte Geschenk dieser Welt von mir bekommen hat - mich selbst! Oder was wäre News ohne Jörg Haider?" So ist es. Sieger unter sich.


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