I-WOLF: DAS NEUE ALBUM

Babylonische Sprachvielfalt

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

Als Freund des Konzeptionellen setzt Wolfgang Schlögl nach seinem der Liebe verpflichteten Solodebüt als I-Wolf nun zu Reflexionen über das Thema Globalisierung an. "I-Wolf & Burdy Meet the Babylonians" ist kein klassisches Folgewerk zu "I-Wolf Presents Soul Strata". Erste Aufnahmen entstanden bereits parallel zur Arbeit am Debüt, die Produktion erstreckte sich über mehrere Jahre. "Babylonians" überrascht durch seine Freundlichkeit: War "Soul Strata" mit seinem fiebrigen Elektro-Funk doch ein einigermaßen schroffer Brocken, dominieren hier sofort zugängliche Sounds. Bei aller schon durch die vielen Gaststimmen bedingten stilistischen Vielfalt sind die mit wuchtigen Beats ausgestatteten, aber dennoch leichtfüßig daherkommenden Stücke kompakt und funktionieren dank ihrer eingängigen Melodien beinahe durchwegs auch als Popsongs.

  Babylon steht hier also weniger für Sprachverwirrung als vielmehr für eine Pluralität, die sich auch inhaltlich niederschlägt: In "USA" treffen sich etwa polnische und französische Rapper zu Reflexionen über die Weltmacht USA; "Urban Gipsy" skizziert das Leben der modernen Kunst- und Musikboheme als urbanes Vagabundendasein, und "A Modern Life" thematisiert die katastrophale Lebensrealität junger Sexarbeiter und -arbeiterinnen. Kurz und gut: eine Partyplatte mit Tiefgang.

I-Wolf: I-Wolf & Burdy Meet the Babylonians (Klein/Soul Seduction); erscheint am 25.10.


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