Der alte Postfuchs

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

POP SPECIAL Comeback mit siebzig: "Dear Heather" ist das Album, das man von Leonard Cohen eigentlich schon vor drei Jahren erwartet hat. 

Die meisten Frauen träumen vermutlich von einem Leben, in dem ihnen Leonard Cohen Briefe schreibt. Zumindest eine sah das offenbar anders: "Du mochtest die Briefe nie, die ich dir geschickt habe", heißt es in einem neuen Cohen-Song. "Aber jetzt verstehst du, worum es mir gegangen ist, und du liest die Briefe noch einmal - die, die du nicht verbrannt hast."

  Ein Mann arbeitet - nach vielen Jahren - eine alte Beziehung auf, sucht Verständnis und Versöhnung. Der zwischen reifer Abgeklärtheit und zarter Bitternis balancierende Song heißt "The Letters" und ist die schönste Nummer auf Cohens neuer Platte "Dear Heather". Es ist sein elftes Album insgesamt und das zweite nach der neunjährigen Karrierepause, die der Künstler in einem buddhistischen Kloster am kalifornischen Mount Baldy verbracht hat.

  Als 2001 das Comebackalbum "Ten New Songs" herauskam,


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