Angegrauter Hedonismus

GERHARD STÖGER | Kultur | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

POP SPECIAL Duran Duran tun es wieder in Originalbesetzung. Wie geil ist das denn? 

Mitte der Neunziger spielten die US-Grunge-Ikonen Hole am Höhepunkt ihrer Kunst eine MTV-Unplugged-Session. Courtney Love kündigte eine Coverversion damals als jene Art von Lieblingslied an, die jeder nur heimlich hören würde - und spielte eine Gänsehautversion des frühen Duran-Duran-Hits "Hungry Like the Wolf".

  Tatsächlich gab es Mitte der Neunziger kaum etwas Uncooleres, als Lady Dianas einstige Lieblingsband ernsthaft gut zu finden. Duran Duran, die sich nie aufgelöst hatten, aber nach mehrfacher Umbesetzung nur mehr ein Schatten ihrer selbst waren, wirkten damals im Rückblick wie die Personifikation all dessen, was böse war an den Achtzigern: Models und Föhnfrisuren, Koks und Maßanzüge, Jetset und Yuppiedreck. Ihr Status als eine der erfolgreichsten Bands ihrer Zeit (siebzig Millionen verkaufte Alben!) galt als Irrtum einer an Irrtümern nicht armen Ära.

  Eine Dekadenwende später

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