Ein Leuchten im Nebel

Kultur | WENDELIN SCHMIDT-DENGLER | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

LITERATUR Umberto Eco nutzt einen erzähltechnischen Trick, um sich die Leseparadiese der Kindheit neu zu erschließen. 

Ein Vollbad in der Welt- und Trivialliteratur: Der Held, ein erfolgreicher Antiquar aus Mailand, erwacht aus dem Koma. Er hat einen Teilverlust seines Gedächtnisses erlitten. Giambattista Bodoni heißt er und hörte, wie er erfahren muss, auf den Spitznamen Yambo; mithilfe seiner Frau Paola und wohlwollender Freundinnen und Freunde findet er zurück ins Leben. Er ahnt, dass er zuvor ein Frauenheld war, aber man lässt es ihn nicht merken, und aus einigen Szenen kann der Autor auch pikant-komisches Kapital schlagen.

  Doch "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana" ist auch ein politisches Buch: Wir befinden uns im Jahr 1991, Bomben fallen auf Bagdad; der noch nicht ganz Sechzigjährige (Umberto Eco war damals genau so alt) findet zu seiner Identität zurück, und zwar durch Lektüre, vor allem auf dem Lande, wo er seine Kindheit verbrachte. Dort ist der intakte


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