Mit der Tür ins Haus

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

FILM In der John-Irving-Verfilmung "The Door in the Floor" leisten Regisseur und Hauptdarsteller mehr, als man vom US-Mainstream erwarten darf. 

Erst das allerletzte Bild verrät, wie der Film zu seinem rätselhaften Titel kam. "The Door in the Floor" ist voll solcher Verzögerungen, die der Geschichte ein Moment größter emotionaler Anspannung verleihen: etwas Tragisches, nein, schlimmer noch, Endgültiges. Marion und Ted Cole haben bei einem Autounfall ihre beiden Söhne verloren. Sie waren mit schuld. Immer wieder kehrt der Film zurück in jene Nacht, ohne den Unfallhergang je ganz zu zeigen: ein Stück vom Lenkrad, ein Stück vom Armaturenbrett, das nervtötende Geräusch des Blinkers. Mehr sieht man nicht, hört man nicht, braucht man nicht, um zu wissen, dass hier alles längst schon verloren ist.

  Ted ist Kinderbuchautor von Beruf, Marion hauptberuflich depressiv. Für den Sommer sind sie nach Long Island übersiedelt, in ihr altes Landhaus, in dem sie abwechselnd mit ihrer Tochter


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