Zurück auf den Sockel!

Kultur | MATTHIAS DUSINI  | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

KUNST Die Skulptur hat's heute auch nicht leicht: In Hietzing wird sie von Vögeln angeknabbert, in der Kunsthalle Wien muss sie sich gegen die Rückkehr der Fünfzigerjahre und die benachbarte Konkurrenz im Mumok wehren. 

Der Stein des Anstoßes steht auf der Hietzinger Hauptstraße 18-20 und wurde vom Schweizer Künstler Urs Fischer ausgeheckt. Aus Holzlatten baute er eine mehrere Kubikmeter große Fachwerkkonstruktion. Na und? Was den Ärger der Passanten auslöste, war das Material, das Fischer für die Verkleidung der Latten wählte: Brot. Der Künstler und der Verein Österreichische Guggenheim wurden der obszönen Vergeudung eines Grundnahrungsmittels bezichtigt. Und Bezirksvorsteher Heinz Gerstbach forderte sie auf, das Brot unverzüglich zu entfernen, denn: "Brot unter freiem Himmel kann nicht von Dauer sein. Das Brot wird im Regen nass, es fällt herunter, Krähen zerpflücken es, Brotbrocken liegen herum, Menschen und Hunde steigen darauf, rutschen auch aus."

  Der Skulptur


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