Die Juttajugend

Stadtleben | TEX RUBINOWITZ | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

SPASSKULTUR Vergangenes Jahr feierte der House- und Aktionismusklub H.A.P.P.Y sein zehnjähriges Bestehen. Jetzt ist das Buch dazu erschienen. 

Ich kenne Herrn Tomtschek nicht, obwohl er mein Nachbar ist und ich sogar mal kurz in seiner Wohnung war. Es sah dort nicht so aus, wie ich mir die Wohnung des Erfinders von H.A.P.P.Y, dem Gesamtkunstfreakout, vorgestellt habe. Die Wohnung war nicht zugemüllt mit Wollknäueln, Stricklieseln, Ganzkörpermutantenkostümen aus Filz und klebrigen Fußfetischistenbildchen; im Gegenteil, sie war wunderbar aufgeräumt, geradezu spießig, es gab sogar eine dieser widerlichen Gemüseampeln, für die Alexander Calder nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann. Herr Tomtschek war mal, wie wir alle, Kellner in der Blue Box, in Zeiten, als die Haus-DJs mit grässlichen Gruppen wie Sonic Youth allen an den Nerven sägten, aber niemand sich zu beschweren wagte. Er trug eine Marineuniform, er trug sie freiwillig, im Gegensatz zu mir, der ich sie 15 Monate


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