Lacher im Eismeer

WOLFGANG PATERNO | Stadtleben | aus FALTER 43/04 vom 20.10.2004

STADTMENSCH Schriftsteller, Sänger, Strawanzer: Seit zwanzig Jahren ist Wien für Ernst Molden Lustwandelgebiet. In seinem neuen Buch sind "Hinweise zum Umgang mit einer alten Seele" zu finden. 

Der Mund ist zentral in der Landschaft von Gesicht, oft verbiegen sich die Mundwinkel dramatisch, Ernst Molden ist jemand, der gern lacht. So ist das, wenn man Molden trifft: Ein bisschen als zauseliger Wanderer mit leichtem Wankelschritt, so kommt Ernst Molden, 37, ein mittelgroßer Mann in losen Kleidern und nicht wenig Gel am Kopf, um die Ecke gebogen. Innenstadt an einem beliebigen Wochentag, geschäftiges Treiben, stier vor sich hinglotzendes Businesspersonal. Mittendrin: Molden, juxend, grinsend, es hüpfen niedergegelte Haarsträhnen, es steigt die Phonzahl. Was Hochstimmung in der oftmals mit Lust zelebrierten Wiener Tristesse ist, das kann man von Molden lernen. Er ist der Lacher und Anheizer im Eismeer. Er ist keiner jener ewig Gehetzten, von denen die Stadt bevölkert ist. Einer seiner

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