Presseschau

Medien | Eva Weissenbergr | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

Früher hat man Politikern alles Mögliche nachgesagt, nur kein Privatleben. Das ist heute anders: Eine Politikerin und ein Fernsehansager kommen zusammen - um wen es sich handelt, tut wenigstens hier nichts zur Sache. Muss, soll, darf man darüber schreiben, wenn die Politikerin sagt: "kein Kommentar"? Immerhin hat sie ihr Privatleben nie vermarktet und nie zu Hause für Fotografen posiert. Der Standard meldete es als Erster, im Innenpolitik Teil, gleich neben einem Bericht über den Verfassungsgerichtshof. Aber natürlich nicht platt, dass sich da was angebahnt habe, sondern über einen eleganten Umweg: Man berichtete, "eine private Homestory wollen Hochglanzmagazine dieser Tage ins Heft heben". Am folgenden Tag ziehen besagtes Magazin, News, und der Kurier auf ihren Gesellschaftsseiten nach. Die Zeitung, auf deren Geburtstagsfest die beiden Prominenten zusammen aufgetaucht waren, lieferte auch die ironische Begründung dafür: "Ein Festkonzert mit 1600 Gästen ist eine treffliche Gelegenheit, eine Beziehung geheim zu halten." So sind offenbar die Spielregeln in der Zeit nach Klestil.


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