Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

Serienprogrammierung ist ein finsteres Geschäft. Alles Politik, da fallen für den Laien undurchschaubare Entscheidungen. So kann niemand schlüssig erklären, warum Kabel 1 und ATVplus vor kurzem stolz die neuen "King of Queens"-Folgen ins Programm aufnehmen, diese täglich hinausblasen, manchmal sogar zwei Stück hintereinander, und nach guten drei Wochen ohne Vorwarnung wieder bei Folge null beginnen. Mies gewirtschaftet, eine gute Serie sollte lieber ein Mal pro Woche unseren Abend versüßen. Dann noch dieser unkontrollierte Wiederholungswahnsinn. Wollen die Programmmacher den King killen, indem sie seine lustige Serie bis zum Erbrechen wiederholen? Ganz zu schweigen von der größten Sünde der Serienplaner: ZDF und ORF lassen uns schon ewig auf die Fortsetzung der großartigen "Sopranos" warten. Dieses epochale Stück Fernsehen hätte zu schlechte Quoten gehabt, behaupten sie. Ziemlich frech, wenn man bedenkt, dass sie den neurotischen Mafiapaten Tony sicherheitshalber immer nur wochentags nach Mitternacht gesendet haben. Der richtige Platz für eine Serie, die zu wenig katholisch ist.


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