Handeln statt zetern!

Vorwort | ROLAND SCHÖNBAUER | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

KOMMENTAR Einige aufgeregte Politiker haben Recht: Der Asylmissbrauch gehört gestoppt. 

"Missbrauch, Missbrauch!", tönt es wieder im politmedialen Diskurs. Nicht die Sozialhilfeempfänger sind es diesmal, auch nicht die Sozialversicherungschefs, sondern wieder einmal die Asylwerberinnen und Asylwerber. Das kommt eine Woche nach dem Spruch des Verfassungsgerichtshofes, der einen großen Reparaturbedarf des Asylgesetzes in jenen Punkten sah, vor denen der UNHCR (und danach weite Teile der Zivilgesellschaft) gewarnt haben. Fragen wir uns einmal nicht, ob da einige vom eigenen Scherbenhaufen ablenken und den Zeigefinger auf andere richten wollen.

Begeben wir uns lieber auf die Suche nach den Missbraucherinnen und Missbrauchern. Dass das alle Asylsuchenden sind, sagen nicht einmal jene, die derzeit so heftig in die Missbrauchstrompete stoßen. Anerkannte Flüchtlinge sind aber offenbar auch nicht gemeint (dieses Einsprengsel abstrakter Grundsatzreferenz haben die meisten Wortspender drauf).


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