KURDEN

"Legt die Waffen nieder!"

Politik | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

E s ist kein leichter Job für einen 33-Jährigen. Osman Baydemir ist Bürgermeister der Stadt Diyarbakir im Südosten der Türkei: eine Million Einwohner, siebzig Prozent von ihnen sind arbeitslos und leben in Barracken am Rande der Stadt. Die Viehzucht vegetiert nur mehr vor sich hin, nennenswerte Industrie gibt es aber auch keine. Obwohl in der Region fast nur Kurden leben und ihre Sprache nun nicht mehr verboten ist, wird diese bisher nur an einer Schule unterrichtet - und diese private Anstalt verlangt hohe Gebühren. Der Ausnahmezustand wurde erst vor zwei Jahren aufgehoben. Im Zivilberuf ist Baydemir Rechtsanwalt. Gegen den Kurdenvertreter laufen aber noch immer "mehr Verfahren, als ich je Mandanten vertreten habe".

Falter: Herr Bürgermeister, was erhoffen Sie sich von einem EU-Beitritt für die Kurden?

Osman Baydemir: In wirtschaftlicher Hinsicht hoffen wir, dass regionale Entwicklungsagenturen eingerichtet werden. Wir sind noch lange nicht in der Lage, mit europäischen Städten


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