"Der anatolische Tiger"

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

Türkei Cem Özdemir, ein deutscher Grünpolitiker mit türkischen Wurzeln, findet Antiamerikanismus dumm, Zwangskindergärten gut und meint, wir müssten froh sein, wenn uns die Türkei in zehn Jahren überhaupt noch will. 

Er war der heimliche Star. Bei der grünen Konferenz in der Türkei vergangene Woche war Cem Özdemir bei europäischen wie türkischen Medien gleichermaßen begehrt - nicht zuletzt wegen seiner Sprachkenntnisse. Der Sohn einer Istanbulerin und eines Tscherkessen wurde 1965 in Süddeutschland geboren. Nach der mittleren Reife absolvierte er eine Ausbildung zum Erzieher, später studierte er Sozialpädagogik. Von 1994 bis 2002 saß er für die Grünen im Bundestag. Er verabschiedete sich aus der Politik, weil er beruflich erworbene Flugmeilen privat genutzt hatte. Ein Jahr lang arbeitete Özdemir wissenschaftlich in Washington und Brüssel. Seit der EU-Wahl im Frühsommer sitzt er wieder in einem Parlament, diesmal in Brüssel. Dort setzt er sich für die Aufnahme der


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