Kommentar

Viennale: Solo für Jean-Marie Straub

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

Dem französisch-deutschen Regiepaar Jean-Marie Straub und Danièle Huillet ist die diesjährige Viennale-Retrospektive im Filmmuseum gewidmet. "Für ein mehrheitliches Publikum bedeutet dieses Namensduo - wenn es denn überhaupt etwas bedeutet - wahrscheinlich eine Abschreckung", schrieb der Schriftsteller Peter Handke einmal.

Tatsächlich zählen etwa ewig lange Kameraeinstellungen auf einen Schauspieler, der in griechischem Bühnenfummel auf einem Acker Hölderlin rezitiert, zum wohl Trockensten, was jemals auf die Leinwand projiziert wurde. Umso gespannter konnte man daher darauf sein, was das in Rom lebende Paar wohl über sein Werk sagen würde. Und siehe da: Das Filmmuseum war, anders als bei den Filmen der beiden, bis auf den letzten Platz gefüllt.

Jean Marie Straub wartete nicht lang auf eine Frage des moderierenden Viennale-Chefs Hans Hurch und begann, ausgehend vom Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich 1871 und der Niederschlagung der Pariser Kommune, eine zweistündige


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