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Kultur | PAULUS HOCHGATTERER | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

MUSIKTHEATER Peter Konwitschny inszenierte an der Wiener Staatsoper die Urfassung von Giuseppe Verdis "Don Carlos". Ein Skandälchen. 

Wenn sich am Ende des ersten Akts ein grauer Kubus mit scharfen Karos vor die Sterne von Fontainebleau senkt und damit der höfische Raum mit seinen Zwängen und Konventionen den Drang nach freier Realisierung persönlicher Leidenschaften eingrenzt, sieht man sich der zentralen Metapher von Peter Konwitschnys Lesart des "Don Carlos" gegenüber. Man hat die vielleicht stärkste Szene des Abends - jene, in der sich Elisabeth gegen ihre Neigung zur Ehe mit Philipp II. bereit erklärt - eben miterlebt und ist freudig gespannt. Was in der ersten Hälfte der Aufführung noch folgt, ist vor allem eine ironische Brechung der Sicht auf die vermeintlich bekannten Dinge, speziell auf die handelnden Figuren. Unter anderem wird Marquis Posa als buchstäblich kurzsichtiger, konfliktscheuer Bürokrat vorgeführt, der in manischer Zwänglichkeit alles in sein Notizbuch


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