OHREN AUF! Alternde Rocker

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

Führt die Midlifecrisis ansonsten eher zur Egosteigerung, so hat sie bei Jon Spencer gegenteilige Wirkung: 13 Jahre nach der Gründung hat sich der hyperaktive Posterboy des New Yorker Rockundergrounds zwecks Betonung der Brüderlichkeit zwischen ihm, Schlagzeuger Russell Simins und Gitarrist Judah Bauer aus dem Bandnamen seiner Combo gestrichen. Das neue Album "Damage" (Mute/Virgin) firmiert nun schlicht unter Blues Explosion. Auch die gehäufte Beteiligung genrefremder Produzenten wie DJ Shadow und David Holmes ist neu; mit der Sängerin Martina Topley-Bird, dem Rapper Chuck D. und der No-Wave-Legende James Chance wirken auch einige Gäste mit. Macht Spaß wie gehabt; etwas mehr Stringenz hätte der Platte aber nicht geschadet.

Weniger experimentierfreudig zeigt sich naturgemäß die Düsseldorfer Punkrockinstitution Die Toten Hosen, obwohl die ersten zwanzig Sekunden ihres neuen Albums "Zurück zum Glück" (JKP/Sony) lustigerweise wie eine harmlose Ausgabe der Blues Explosion klingen.


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