Papa musiziert wieder

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

MUSIK Statt Soulstar zu werden, kümmerte sich Terry Callier lieber um seine Tochter. Jetzt macht er doch noch Karriere. 

Wenn die Kinder aus dem Haus sind und nur mehr einer monatlichen Summe aufs Studentenkonto bedürfen, beginnt für viele Eltern ein neuer Lebensabschnitt. Die einen lassen sich endlich scheiden und machen Weltreisen, Terry Callier nimmt wieder Platten auf.

  In den Siebzigern war der Mann mit der sanften, eindringlichen Stimme eine der großen Soul-Hoffnungen Chicagos. Während Curtis Mayfield, neben dem Callier aufgewachsen war, Weltkarriere machte, blieb er jedoch ein Geheimtipp. Seine zwischen Soul, Folk und Jazz pendelnden Platten waren zu uneinheitlich für echte Verkaufserfolge, und dem Discoboom wollte sich Callier nicht für einen schnellen Hit beugen. Statt wie viele andere Musiker auf Biegen und Brechen irgendwie weiter zu machen, zog er sich in den Achtzigern ganz aus der Szene zurück. "Ich hatte eine wichtigere Verpflichtung", lacht der entspannte Endfünfziger


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