Die Weigerung zu verstehen

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

FILM Der kambodschanische Regisseur Rithy Panh untersucht in einem ehemaligen Pol-Pot-Gefängnis Gegenwart und Zukunft seines Landes: der Dokumentarfilm "S21, La Machine de mort Khmère Rouge". 

Verhaftet, gefoltert, ausgelöscht. Die schriftliche Weisung ans Personal von S21, einer Vernichtungsanstalt in Phnom Penh, galt für Männer, Frauen und Kinder gleichermaßen: "Schlagt sie, bis nur mehr Staub übrig ist." Nichts, außer falschen, abgepressten Geständnissen sollte von den Ermordeten zurückbleiben. Drei Jahre, acht Monate, zwanzig Tage dauerte die Herrschaft der Roten Khmer, der zwei Millionen - rund ein Viertel des kambodschanischen Volkes - zum Opfer fielen. Allein inTvol Sleng, genannt S21, fanden 17.000 Menschen den Tod.

  Ihnen zur Erinnerung hat Rithy Panh "S21, La Machine de mort Khmère Rouge" gedreht, denn bis heute werden die Ereignisse und Opfer der Jahre 1975 bis 1979 in Kambodscha beschwiegen (ganz ähnlich wie in Österreich nach dem Krieg jene der Jahre 1938 bis


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