Wien, fabelhaft

Kultur | ARMIN THURNHER | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

LITERATUR Der Wiener Dramatiker Heinz R. Unger ("Proletenpassion") hat mit "Löwenslauf" einen Krimi geschrieben, der eigentlich keiner ist. 

Ehe ich etwas über dieses Buch sage, ist ein Bekenntnis fällig. Heinz R. Unger war einer der wenigen Wiener, die zu mir 19-jährigem, wenig versprechendem Jüngling freundlich waren, als ich 1968 nach Wien kam. Er wies mich in einige Geheimnisse Erdbergs und des Praters ein und ging sogar so weit, mit mir gemeinsam ein Theaterstück zu schreiben, das glücklicherweise als verschollen gilt. Das disqualifiziert mich gewiss als Rezensenten. Ich werde dennoch versuchen, etwas über Ungers neues Buch zu sagen.

  Man kennt Unger hauptsächlich als Dramatiker ("Zwölfeläuten"), Lyriker und Songschreiber ("Proletenpassion"). Mit "Löwenslauf" legt er nun einen Krimi vor, der eigentlich keiner ist. Oder nur in dem Sinn, als die Figuren des Buchs allesamt in der Vergangenheit herumschnüffeln. Und in dem Sinn, dass eine der zentralen Figuren ein pensionierter


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