AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

Eine "Kriminalgeschichte der Antike" zu verfassen, ist bestimmt kein leichtes Unterfangen, will man über Allgemeinplätze hinausgehen. Für Jens-Uwe Krause, Professor für Alte Geschichte in München, scheint dies jedoch nur folgerichtig, beschäftigt er sich doch hauptsächlich mit der Sozialgeschichte des Altertums. Da er auch über Klientelbindungen in der Antike gearbeitet hat, war der Schritt zur Verbrechensforschung wohl nicht weit. Sein neues Buch behandelt Schuld und Sühne im klassischen Athen sowie im Imperium Romanum und ist nach Delikten, Maßnahmen zur Verbrechensaufklärung und der Tätigkeit der Justiz systematisch gegliedert; die Sachverhalte und Tatbestände werden verständlich und nachvollziehbar geschildert. Wenig überrascht die Feststellung, dass auch in Athen Klassenjustiz praktiziert wurde, mehr schon, dass auch Krause dem Irrtum erliegt, bei der Hinrichtungsart der Kreuzigung wären prinzipiell Nägel zum Einsatz gekommen. Insgesamt aber legt der Autor eine schöne


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