NÜCHTERN BETRACHTET

Gar die Rübe, solang' du noch lebst

Kultur | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

Wenn diese arschwarme Affenhitze, die zurzeit (wir sprechen vom vergangenen Donnerstag nach 23.05 Uhr und vom darauf folgenden Freitag nach 6.58 Uhr) herrscht und einen jahreszeitlich inadäquaten Gusto nach bizarren Gerichten wie vegetarischem Salat oder Mozzarella ohne Oralsex endlich vorbei ist, kann man dann ja wieder getrost zur Abfassung fetthaltiger Gerichte übergehen. Die Zeiten für uns Fettfreaks waren allerdings schon mal leichter: Die ernährungsbewusste Erziehung, mit der man heute allenthalben ganz entspannt aufwächst (und gegen die ich überhaupt nichts einzuwenden habe, schließlich kann man nicht früh genug zu warnen beginnen: "Hände weg vom Kochsalat!"), hat bei Spätberufenen, die von ihren Eltern noch mit dicken Schmalzbroten und dünn ausgewalzten Stahlblechen aufgezogen wurden, eine Art Überkompensationswahn ausgelöst; sie quälen Ober und Gastgeber mit Fragen wie "Wird das eh nicht mit tierischen Fetten gekocht?" (Gulasch, Beinfleisch et cetera), nur weil sie


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