Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 44/04 vom 27.10.2004

Sex

Nackt (1) Kürzlich hatte in der Josefstadt wieder einmal eine Dramatisierung von Arthur Schnitzlers Novelle "Fräulein Else" Premiere (Kritik siehe Seite 60). Warum ausgerechnet eine an sich nicht sonderlich dramatische Erzählung wie diese immer wieder auf die Bühne gebracht wird, ist leicht erklärt: Die Titelheldin zieht sich aus. Nichts fasziniert Männer mehr als Frauen, die sich ihrer Kleidung entledigen. Nackte Frauen. Und weil wir gerade dabei sind: Haben Sie gewusst, dass im Grunde (also unter dem, was sie gerade anhaben) alle Frauen immer nackt sind? Aber daran darf man gar nicht denken. W. K.

Fussball

Live aus London Kürzlich habe ich erstmals live ein englisches Meisterschaftsspiel gesehen. Das Match (Fulham vs. Liverpool) war spannend, aber nicht hochklassig; die Tore sind alle auf der für mich "falschen" Seite gefallen; in beiden Teams spielten unbekannte Legionäre; in der Pause wurde eine unnötige Tanzeinlage geboten. Alles wie bei uns also. Warum ich den Fantasiepreis, den ich am Schwarzmarkt für die Karte bezahlt habe, dennoch nicht bereut habe? Es waren auch ein paar Weltstars am Feld, und die Fans haben viel schöner gesungen als bei uns. Und, ganz wichtig: Sie reden alle Englisch! W. K.

Mädchenzimmer

Mein bester Freund (3) Jetzt wollen sie ein Kind, mein bester Freund und seine Freundin. Ich bin natürlich dagegen. Ein Freundeskreis sollte sich gleichzeitig fortpflanzen und ich will jetzt noch nicht. Ich halte ihm Vorträge über postnatale Depressionen, rechne ihm vor, wie wenig sein Gehalt, das Kindergeld und die Beihilfe ... - verdammt, das ist eh ordentlich, diese schwarz-blaue Regierung. Aber die International School kostet. Die designierte Mutter kommt schließlich aus Neuseeland und man kann dem Kind nicht sein kulturelles Erbe vorenthalten! Mein bester Freund sagt: "Babys sind süß." E.W.


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