Allerseelen mit Achill

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Über den Wettlauf zwischen Medien und Ereignissen, und womit man sich über die SPÖ trösten kann. 

Das Schlimmste im Journalismus ist ein Ereignis, das stattfindet, während die Zeitung gerade erscheint. Meistens kann man dagegen nichts machen, manche Dinge ereignen sich noch immer aus Eigenem, als gäbe es den Journalismus nicht. Die Höchststrafe für Journalisten ist das Ereignis, von dem man weiß, es wird eintreten, aber man kann nicht mehr darauf reagieren. Allerseelen, der Tag, an dem ich das schreibe, ist, wenn Sie es lesen, längst vergangen und interessiert keinen mehr. Die amerikanischen Wahlen haben auch schon stattgefunden. Mehr, als dass sie vermutlich stattgefunden haben werden, kann ich dazu nicht sagen, weil ich das Ergebnis nicht kenne.

Der Journalismus und das Ereignis, sie sind wie Achilles und die Schildkröte. Zenon, ein Sophist im alten Griechenland, stellte die These auf, Achilles, ein schneller Läufer, könne eine Schildkröte nie einholen,


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