Kommentar

Preisannahmevereinnahmungsparanoia

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

Wir wollen hier die Elfriedejelineknobelpreisverleihungsnachbetrachtungsprosa nicht noch höher schrauben, sie ist ohnedies geschraubt genug, aber zwei Beobachtungen seien abschließend gestattet (dann aber Schluss, Feuilleton, gell!). Die eine betrifft den Umstand, dass unsere geschätzten gleichsprachigen Nachbarn im Norden sich jetzt offenbar ein bisschen darauf geeinigt haben, in Elfriede Jelinek eine reine Regionalgröße zu erblicken, die außerhalb der österreichischen Landesgrenzen nicht mehr verstanden werden kann (sehr im Unterschied offenbar zu Globalisierungskapazundern wie Günther Grass oder Dario Fo). Diese Einschätzung teilen Iris Radisch (Die Zeit), Thomas Steinfeld (Süddeutsche Zeitung) und der Matthias Mattussek vom spaßigen Spiegel, auch wenn sie jeweils unterschiedlich nuanciert und begründet wird - oder eben auch nicht. Worüber man mit Radisch vielleicht noch streiten möchte, darüber kann man bei Steinfeld nur noch die Stirne runzeln, wenn er die Tradition


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige