"Brutalität ist schick"

WOLFGANG KRALICEK und KLAUS NÜCHTERN | Kultur | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

LITERATUR Am Wochenende wurde "junk space", das neue Stück von Kathrin Röggla, uraufgeführt. Ein Gespräch mit der österreichischen Autorin über Flugangstseminare, Theaterskepsis, Staats- und Nobelpreise und die Notwendigkeit von Verweigerung. 

Kathrin Röggla wird schon deshalb nicht zum so genannten "Fräuleinwunder" junger deutscher Autorinnen gezählt, weil sie zwar seit langem in Berlin lebt, aber einen österreichischen Pass hat. Auch inhaltlich und ästhetisch hat die Arbeit der 33-jährigen Salzburgerin nichts mit der Caffè-latte-Prosa mancher Kolleginnen gemein: Ihre Romane ("Abrauschen", "Irres Wetter") sind zeitgenössisch, aber nicht zeitgeistig. Die Wirklichkeit wird bei Röggla nicht beschrieben, sondern literarisch verarbeitet; als Vorarbeit zu ihrem jüngsten und bisher erfolgreichsten Roman "wir schlafen nicht" hat die Autorin sich in jahrelanger Recherche Informationen über und die Sprache von neoliberalen "Consultants" zu Eigen gemacht.

  Für das Theater schreibt

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