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Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

THEATER Dreißig Jahre nach der Uraufführung erstmals in Wien: Thomas Bernhards Komödie "Die Macht der Gewohnheit", leider ohne Minetti. 

Der alte Dompteur ist von den Leoparden zerrissen worden, sein Nachfolger wurde vom Löwen gebissen. Die Seiltänzerin ist zuerst von Raubtieren verunstaltet worden und dann abgestürzt. Und auch das Holzbein des Zirkusdirektors ist vermutlich die Folge eines Arbeitsunfalls. Das Leben in der Manege ist lebensgefährlich, und natürlich ist der Zirkus in Thomas Bernhards früher Komödie "Die Macht der Gewohnheit" eine Metapher für das menschliche Dasein. Zentrale Botschaft: "Wir wollen das Leben nicht, aber es muss gelebt werden."

  "Die Macht der Gewohnheit" wurde 1974 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt (Regie führte ausnahmsweise nicht Claus Peymann, sondern Dieter Dorn) und ist das erste Stück, in dem Bernhard seinem Lieblingsschauspieler Bernhard Minetti (1905-1998) eine Rolle auf den Leib geschrieben hat. Tatsächlich ist der tyrannische


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