Sehen ist verstehen

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

FILM Der Regisseur Ousmane Sembène übersetzt die Konflikte der senegalesischen Gesellschaft in klare Bilder. Das Filmmuseum zeigt sein Gesamtwerk. 

Die Revolution ist laut und ausgelassen. Eine bunt gekleidete Menge schwarzer Frauen und Männer stürmt den Regierungspalast, vertreibt die blasshäutigen Anzugherren aus dem Gebäude und nimmt selbst am Verhandlungstisch Platz. Endlich autonom! Doch während draußen noch die Bevölkerung feiert, kehren die Weißen durch die Hintertür zurück. Sie haben Koffer mitgebracht, Aktenkoffer voll Geld, und kaum schnappen deren Deckel auf, ist der eben noch verkündete "afrikanische Sozialismus" vergessen. Gierigen Blicks werden die frisch eingesetzten schwarzen Machthaber erneut zu dem, was sie ohnedies lange Zeit waren: Marionetten einer weißen Elite.

  Programmatisch für das Gesamtwerk Ousmane Sembènes ist der szenische Auftakt zu "Xala" (übersetzt: "Der Fluch"), des vierten von insgesamt acht Spielfilmen des senegalesischen Romanautors


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