Maria, das Maultier

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

FILM "Maria voll der Gnade" ist ein außergewöhnlicher und beklemmender Film über weibliche kolumbianische Drogenkuriere - aber nicht nur, wie Regisseur Joshua Marston im Gespräch mit dem "Falter" betont. 

Nein, sagt Maria, ich hab jetzt keine Lust. Oben vielleicht, auf dem Dach des dreistöckigen Rohbaus, frotzelt sie Juan und klettert die Fassade hoch. Wenn er unbedingt mit ihr schlafen will, dann muss er schon raufkommen. Du spinnst, erwidert Juan und macht sich auf den Heimweg. Maria schaut hinunter. Genießt die Aussicht und das Gefühl, einmal obenauf zu sein.

  Maria ist 17 und lebt mit ihrer Mutter, ihrer großen Schwester und deren Baby in einer Kleinstadt nahe Bogotá. Sie arbeitet auf einer Rosenplantage, sie hat Juan, und sie ist schwanger. Ihr ganzes Leben scheint bereits vorherbestimmt zu sein, allerdings hat Maria auch ihren eigenen Kopf. Bei der ersten besten Gelegenheit wirft sie den Job hin, gibt dem Freund den Weisel und haut von zu Hause ab, um sich in der Hauptstadt


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