STREIFENWEISE

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

Als "Liebesfilm" deklariert der Wiener Arash T. Riahi sein Regiedebüt "Die Souvenirs des Herrn X". Es geht um Liebe zum Film: nicht cinephile Expertenerotik, sondern die Lust am Drehen, Schneiden und Herzeigen, die Amateurfilmer antreibt. Wenn er eine kleine Szene, ihre Klubs, Festivals und Rituale darstellt, wird dieser Liebesfilm mitunter zum Detektivfilm, zur Suche nach dem Autor einiger auf dem Flohmarkt gekaufter Urlaubsfilme: Den mysteriösen Herrn X gilt es aus dem unscharfen Bunt und raunzerten Kommentarton seines Ruvres zu rekonstruieren wie einst Citizen Kane aus dessen Hinterlassenschaft. Auch ein Found-Footage-Film steckt in Arashs Liebesfilm: virtuoses Recycling, das in Montagekaskaden die barocke Fülle anonymen Heimkinomaterials abarbeitet. Dann ist der Film noch eine Sozialsatire, deren Autor wie Michael Moore den scheinnaiven Schalk gibt und den Appeal der Amateure, ihrer wackeligen Selbstdarstellungen in Wort und Bild, ausspielt. Doch bei aller Witzelei ist "Die Souvenirs


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