OHREN AUF! Protestlieder

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

Lyrik ist schwierig, leicht wird sie schmierig", heißt es. Ähnliches gilt für den Protestsong, der ja oft nur politische Lyrik ist, die zur Aufmerksamkeitssteigerung musikalisch begleitet wird. Das Ergebnis kann pathetisch, lächerlich und langweilig klingen; es kann inhaltlich wie ästhetisch aber auch zu spannenden Ergebnissen führen, wenn Popsongs mit etwas anderem als dem gängigen Schubidulalala gefüllt werden.

George Lindt, der Betreiber des auf themenspezifische CD-Kompilationen spezialisierten Berliner Labels Lieblingslied Records, unternimmt mit der Doppel-CD "Protestsongs.de" (Vertrieb: Ixthuluh) jetzt eine "Kreuzfahrt durch die Geschichte des deutschen Protestsongs". Wer sich davon eine seriöse enzyklopädische Sammlung zum Thema erwartet, muss enttäuscht werden; wer diese befürchtet, darf aufatmen. Einiges Naheliegende fehlt, während Kuriositäten zu ihrem Recht kommen; manche Songs können für sich genommen extrem nerven, haben im Gesamtkontext aber doch ihre Berechtigung.


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