Der ewige Enthusiast

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

JOHN PEEL (1939-2004) Die verdienstvolle Vaterfigur aller guten Kräfte im Pop starb vergangene Woche an einem Herzinfarkt. 

Vier Jahrzehnte Popmusik, eine Geschichte der großen Verheißungen und noch größeren Enttäuschungen: Erst sollten die Beatles und die Stones die Welt verändern, dann wurden sie selbst zum Establishment und ein Underground musste her. Captain Beefheart, Nico, Richard Thompson, Robert Wyatt, lauter alte Freaks und Hippies mit guten oder bitterbösen Absichten, aber ohne Antworten für die desillusionierte Jugend der Mittsiebziger. Daher also Punk, die Pistols, Siouxsie, die Mekons und nach dem Ausverkauf der gesamten Szene die Phase der großen Ausdifferenzierung: Unmengen von auf kleinen Independentlabels erschienenen Platten, die als schwer verdauliche Brocken nie und nimmer ihren Weg an jene breite Öffentlichkeit finden konnten, die John Peel so gern den Porridge, also den Haferschleim des Radiomainstreams, nannte.

  John Peels Recht auf Häme war wohl


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