Die Welt in Wien

Stadtleben | OLIVER HOCHADEL | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

STADTGESCHICHTE Die Wiener Weltausstellung von 1873 war wegen Börsencrash und Choleraepidemie eine Katastrophe. Sagt man. Eine Ausstellung im Technischen Museum zeichnet ein völlig anderes Bild: Die Weltausstellung hat Wien in die Moderne katapultiert. 

Mitte des 19. Jahrhunderts galt Wien als eine verschlafene Reichshauptstadt, in der die meisten Bewohner sich kurz nach den Hühnern schlafen legten. Von kosmopolitischem Flair und Großstadtambiente fand sich auf den abends ausgestorbenen Straßen keine Spur. Eine Imagekorrektur war gerade vonseiten des fortschrittlichen Bürgertums dringend angesagt. Aber wie? Das Schleifen der Wälle Ende der 1850er-Jahre war nur ein erster Schritt auf dem Weg von der mittelalterlichen Befestigungsstadt zur modernen Metropole.

  Eine Weltausstellung musste her. London hatte mit der "Great Exhibition" von 1851 gezeigt, wie man Millionen Besucher anlocken und weltweite Aufmerksamkeit erregen konnte. Jahrelang diskutierte die Wiener Presse, ob man "Weltausstellungsreife"


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