TIER DER WOCHE

Ausgespucktes

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 45/04 vom 03.11.2004

Kritiker werden in einer Kultur, deren höchstes Ziel die Identifikation mit der Mehrheit ist, rasch zu Nestbeschmutzern. Die Metapher weist den Weg: vorsätzliche und durch einen degenerierten Geist hervorgebrachte Besudelung der eigenen Welt. Doch tun das Tiere überhaupt und auch in der Natur, die hier offenbar als Vorbild herangezogen wird?

Anders als bei Säugetieren scheiden Vögel ihre Exkremente nicht durch zwei verschiedene Gänge, sondern über eine gemeinsame Kammer, die so genannte Kloake, aus. Dort vermischen sich Kot und Urin, wobei der Harn nur in konzentrierter Form als Harnsäure abgegeben wird. So kommt die typische Konsistenz der Vogelausscheidungen zustande, die daher - würde man sich diese Kotbätzchen jemals genauer ansehen - einen dunkleren und festeren inneren Kern (Kot) und einen weißlich-flüssigen äußeren Ring (Harnsäurekristalle) zeigen. Jetzt will man das als einfacher Zivilist vielleicht gar nicht so genau wissen, aber als Schadstoffindikator hat Vogelkot


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