VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 46/04 vom 10.11.2004

Abteilung "gestern wie heute", ein Briefwechsel, in dem der Philosoph Günther Anders seinen Austritt aus dem Redaktionsbeirat der Zeitschrift Forvm ankündigte, was deren Herausgeber Günther Nenning nicht wahrhaben wollte.

  Anders an Forvm: "Da meine Beiträge offensichtlich so unerwünscht geworden sind, dass sie mir noch nicht einmal retourniert werden - und der primus inter pares des Forvm so tiefsinnig gewesen ist, mich im F als schwachsinnig zu bezeichnen, verzichte ich mit Vergnügen darauf, weiterhin als Mitglied des Beirats angeführt zu werden." Günther Anders

  Nenning an Anders: "Lieber Günter Anders, Sie sind nicht schwachsinnig, sondern die eine oder andere Ihrer Ideen; so stand's auch im Forvm. Bei mir ist es auch so. Ich bin nicht schwachsinnig, sondern die eine oder andere meiner Ideen ... geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß und sind wir wieder gut miteinander." Herzlichst Ihr Günther Nenning

  Der falsch geschriebene Anders dachte nicht daran, Nennings auch "grammatikalisch falsche" Bitte zu erfüllen. "Was ich vor Monaten über Sie geschrieben habe, dass Sie offenbar an "puberalitis postcox" litten, ist leider eine viel zu gutmütige Diagnose gewesen. Sie sind kein Grüner geworden, sondern offenbar grün geblieben. Der Gedanke, dass gerade Sie unter den hiesigen Grünen das größte Geweih tragen, das macht mich tief erröten." Anders blieb dabei: Er wollte seinen Austritt im Forvm abgedruckt sehen. A. T.


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