Friedensuntauglich

BERND DÖRLER | Vorwort | aus FALTER 46/04 vom 10.11.2004

KOMMENTAR Jassir Arafat war ein erstklassiger Revolutionär. Als Demokrat und Volksführer versagte er kläglich. 

Gelernte Zyniker, also praktisch alle Experten des israelisch-palästinensischen Konfliktes, konnten exakt den Zeitpunkt bestimmen, an dem feststand, dass Jassir Arafat nicht mehr gesund wird: als Israels Premier Ariel Sharon vergangene Woche seinem besten Feind nicht nur den Sanitätsflug über Jordanien nach Paris gestattete, sondern dem Palästinenserpräsidenten nach dessen Genesung "selbstverständlich" die Rückkehr zusicherte.

  So viel Barmherzigkeit und Großzügigkeit musste stutzig machen. Denn sie kamen aus dem Munde eines Mannes, der Arafat seit Jahren in dessen von israelischen Panzern zerstörtem Hauptquartier in Ramallah unter Hausarrest gestellt hatte. Der (zusammen mit US-Präsident George W. Bush) den demokratisch gewählten Palästinenserführer als "irrelevant" geschmäht und ihm jede Fähigkeit zum Friedensdialog abgesprochen hatte. Und dessen Kabinett

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