Nacht der lebenden Roten

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 46/04 vom 10.11.2004

KABARETT Alter Wein in neuen Schläuchen: das als Stück verkleidete SPÖ-Programm "Freundschaft" mit Erwin Steinhauer und Rupert Henning. 

Dieter Chmelar ist aus unerfindlichen Gründen nicht gekommen. Dafür waren wohl noch nie so viele sozialdemokratische Funktionäre (Doris Bures, Norbert Darabos, Barbara Prammer u.a.) auf einmal in einer Rabenhof-Premiere. Das Interesse ist verständlich: Ausnahmsweise dreht sich an diesem Abend wieder einmal alles um die SPÖ.

  Wie die intensive Vorberichterstattung zeigt, haben Erwin Steinhauer und Rupert Henning mit ihrem neuen Programm "Freundschaft" ein virulentes Thema getroffen. Das Interesse kommt insofern überraschend, als die Krise der SPÖ doch eigentlich nichts Neues ist; aber untergegangene Imperien - siehe auch: Altes Rom, Drittes Reich - haben eben offensichtlich etwas zeitlos Faszinierendes an sich.

  "Freundschaft" ist, nach dem halblustigen Debüt "Ausrichten" (2001), die zweite Gemeinschaftsarbeit des früheren Kabarett- und


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