Zerebralperistaltik

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 46/04 vom 10.11.2004

LYRIK Kaum eine Autorin, die es besser versteht, mit Wörtern Lust zu evozieren, als Brigitte Oleschinski. Jetzt erhält die Lyrikerin den Erich-Fried-Preis. 

Ich wüsste nicht, was leidenschaftlicher und klarer spricht als Gedichte", schrieb die 1955 in Köln geborene, in Berlin lebende Lyrikerin Brigitte Oleschinski in ihrem Essayband "Reizstrom in Aspik. Wie Gedichte denken". Gedichte seien jene profanen Ekstasen und Erleuchtungen, die unsere technisierte, entzauberte Welt kippen lassen. Die Orientierung verliert man im jüngsten Gedichtband "Geisterströmung", einem aus zahlreichen kurzen Wahrnehmungs- und Erinnerungssplittern bestehenden, hundertseitigen polyphonen Großgedicht, gleich am Anfang: "auf dem Nachtrücken, rücklings nackt / (und) / die Raumstation tief am Horizont, die Schlafhütte am Hang, das Genlabor, die Notaufnahme, die Bankenzentrale ..."

  Die Welt ist in dieser Nacht der Umarmung, der Liebe vielleicht, aus den Fugen geraten: Ein Termitenhügel befindet sich


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