Ein Denkmal für die Bohne

KLAUS NÜCHTERN / Rumänien | Kultur | aus FALTER 46/04 vom 10.11.2004

LITERATUR Eine literarische Spurensuche in Rumänien, dem die diesjährige "Literatur im Herbst" gewidmet ist, begann in Bukarest und endete an der bulgarischen Grenze - beim Apfelstrudel. 

Bukarest bröselt. Dabei nagt der Zahn der Zeit nicht so sehr an der historischen Substanz - die neo-klassizistische Repräsentationsarchitektur hält sich wacker, die erst unlängst in einer Wiener Ausstellung gewürdigte Moderne ist schnell, aber solide gebaut (siehe dazu Jan Tabors Artikel "Hastige Moderne" im Falter 41/04) -, sondern an den mehr oder weniger größenwahnsinnigen Manifestationen der Ceaus¸escu-Ära. Sogar die Mauer um den Palast des Volkes, dessen Fertigstellung das Volk zuvorkam, indem es das Regime stürzte, zeigt schon Risse, beginnt zu bröckeln. Von den kommunen Wohnhäusern und Funktionsbauten einmal ganz zu schweigen. Er hoffe, dass es kein Erdbeben gebe, meint unser literarischer Reiseleiter launig, denn das würde das Hotel, in dem wir untergebracht sind - wie viele andere

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