Knopf im Ohr, Loch im Kopf

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 46/04 vom 10.11.2004

FILM Jonathan Demmes bohrende Revision des Paranoiathrillers "The Manchurian Candidate" verstrickt uns in die Geheimpolitik implantierter Erinnerung. 

Amerika hat gewählt. Wäre "The Manchurian Candidate" zwei Wochen früher bei uns angelaufen, hätte das Timing genau gepasst. Aber auch als "Film für danach" kommt dieser Politthriller gut. In den USA war er schon im August gestartet, am Tag nach John Kerrys Nominierung als Präsidentschaftskandidat. Erinnern wir uns noch einmal an Kerry: Wie dieser ist auch der Kandidat im Film ein Bewerber im US-Präsidentschaftswahlkampf, und auch seine Kampagne propagiert seine soldatische Tapferkeit, zumal bei der Rettung von Kameraden im Feindesland. An George W. Bush hingegen erinnert der Kandidat aufgrund seiner burschikosen Erscheinung, seiner brachialen Sicherheitspolitik und bisweiligen Geistesabwesenheit.

  Und Dick Cheney? Wie Bushs Vize mit dem offenen Ohr für am Krieg verdienende Konzerne bewirbt sich auch "Der Manchurian Kandidat" (Synchrontitel)


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