STADTRAND

Vor die Hunde

Stadtleben | aus FALTER 46/04 vom 10.11.2004

Als Journalist darf man ja nicht über Dinge schreiben, die einen selbst betreffen. Doch jetzt bin ich weggezogen von dieser Hundezone am Josefstädter Tigerpark, jetzt kann ich auspacken. Dieses staatlich subventionierte Urinal grenzte direkt an mein Wohnhaus. Die Hundeschnauzen schauten dem Herrn Novotny (Name geändert) im Erdgeschoß sogar ins Zimmer. Er streute manchmal Pfeffer aufs Brett. Jeden Tag kam einer vom Stadtgartenamt zum Hauferln einsammeln. Es stank trotzdem, und in der Nacht bellten die Tiere. Die Gratis-Kotsackerl verwehte der Wind. Wir versuchten es höflich, streichelten gar, es half nichts. Wir drohten mit Hunde-scharia (Pfote weg, wenn Hauferl nicht weg), und tatsächlich setzten wir die Schließung der Zone durch. Doch es wurde nur der Zaun des Urinals abmontiert und das neu aufgestellte Hundeverbotsschild sofort geklaut. Das Stadtgartenamt muss nur noch zwei Mal die Woche kommen, weil die Zone jetzt angeblich ein Park ist. "Es soll ein Spielplatz hinkommen", verspricht die Bezirksvorsteherin. Doch vorerst fehle Geld. Es wurde für eine neue Hundezone ausgegeben. F. K.


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