"Der Realität vertrauen"

Kultur | MAYA McKECHNEAY und MICHAEL OMASTA | aus FALTER 47/04 vom 17.11.2004

FILM Der Franzose Olivier Assayas ist eine der entscheidenden Figuren des europäischen Kinos - weil er immer nur den eigenen Obsessionen gefolgt ist. Ein Gespräch über seinen neuen Film "Clean", nervtötende Gewerkschaften, menschliche Besserungsfähigkeit, die Schnelligkeit der Musik und die Langsamkeit des Kinos. 

Vielleicht ist es kein Zufall, dass sein erster, noch "sehr schlechter" Film den Titel "Copyright" trägt. Denn so verschieden die 15 Filme sein mögen, die Olivier Assayas seit 1979 gedreht hat, so offensichtlich handelt es sich dabei um Werke ein und desselben Filmemachers, der als Regisseur und Autor seinen persönlichen Obsessionen folgt und seine Ideen über das Kino mit der größten Beharrlichkeit weiter entwickelt. Der melodramatische Überschuss seiner Filme speist sich aus Assayas' erzählerischem Grundgestus: dem der Rebellion gegen die Elterngeneration, den französischen Alltag.

  Assayas, 1955 als Sohn des Drehbuchautors Jacques Rémy in Paris geboren, studierte


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