"CLEAN"

Emily kämpft ums Überleben

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 47/04 vom 17.11.2004

Eine ganz einfache Geschichte: Emily, die Lebensgefährtin einer Rocklegende, die sich den goldenen Schuss gesetzt hat, wird von einem kanadischen Gericht wegen Drogenbesitzes zu sechs Monaten verurteilt, das Sorgerecht für ihren achtjährigen Buben wird ihr entzogen. Zurück in Frankreich versucht sie, einen Plattenvertrag zu ergattern und endgültig von den Drogen loszukommen.

  "Clean" heißt der Film, und die Leinwand ist wie leergeräumt. Emily, die als Mutter um ihren Sohn und als Musikerin um ihr berufliches Überleben kämpft, wird von Maggie Cheung fast ohne Make-up gespielt. Eine entblößte Schönheit, die eine Vergangenheit (Lee, der Rocker) und eine Zukunft (Jay, der Sohn), aber keine Gegenwart, kein eigenes Leben mehr hat: "No home, no job, no nothing."

  Emily und die geradlinige Art und Weise, in der ihre Geschichte erzählt wird, erinnert an große Frauenporträts des französischen Kinos - an die Nana in Godards "Vivre sa vie" oder an Mona, die Vagabundin, in Agnès

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