Einbruch der Nüchternheit

SEBASTIAN FASTHUBER | Kultur | aus FALTER 47/04 vom 17.11.2004

LITERATUR Der deutsche Hochprozent-Autor Thomas Kapielski lässt in seinem neuen Buch "Weltgunst" das Bier warm werden. 

Den Seinen gibt's der Herr nicht nur im Schlaf, sondern mitunter schon vor dem Einschlafen. Eines Nachts quälten Thomas Kapielski trübsinnige Gedanken, da erschien ihm ein Engel am Bett "und befahl mir, unverzüglich vierzehn Halbe trinken zu gehen. ,Und harre geduldig meiner weiteren Dekrete.' Ich marschierte los und verabreichte mir das himmlisch verordnete Quantum. Und alles ward gut. Da weitere Edikte ausblieben, befolgte ich im Falle einer neuerlichen Betrüblichkeit das bewährte Verfahren auf gewohnte Weise."

  Es hat zunächst den Anschein, als sei der 53-jährige Thomas Kapielski, von einer treuen Fangemeinde kultisch verehrter Autor vergriffener Bändchen wie "Nach Einbruch der Nüchternheit", ganz der Alte. Auch in seinem neuesten Buch mit tagebuchartigen Reflexionen stimmt der genial dilettierende Autor, Musiker und Künstler zeitweise wieder das Lob der

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