OHREN AUF! Helden der Fünfziger

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 47/04 vom 17.11.2004

Der amerikanische Pianist Van Cliburn war für die Klassik so etwas wie Bobby Fischer für den Schachsport: ein Held des Kalten Krieges auf einem symbolischen Schlachtfeld. So wie Fischer 1972 den sowjetischen Schachweltmeister Boris Spasski besiegte, gewann Cliburn 1958 den hoch angesehenen Internationalen Tschaikowsky-Klavierwettbewerb in Moskau. Beide wurden dafür kurzzeitig zu Superstars - und beide verschwanden bald darauf wieder von der Bildfläche.

Unter anderem mit Tschaikowskys erstem Klavierkonzert hatte Cliburn, begleitet von Dirigent Kiril Kondraschin, in Moskau gewonnen; die Schallplatte, die die beiden kurz darauf in der New Yorker Carnegie Hall einspielten, verkaufte sich millionenfach (damals machte die Klassik noch weit über neunzig Prozent des Plattenmarkts aus). Erschienen ist sie als "Living Stereo"-Aufnahme bei RCA, ab 1958 neben Mercury Living Presence eine der ersten Serien von Stereoaufnahmen. Seit 1995 werden die großteils legendären Alben dieser und vergleichbarer


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