Unter die Haut

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 47/04 vom 17.11.2004

KÖRPERKULT Bei der Tattoo Convention Vienna trafen einander am vergangenen Wochenende Tätowierer und Tätowierte. Star der Veranstaltung war Ehrengast Herbert Hoffmann. 

Der Festsaal des 4-Sterne-Hotels am Gürtel gleicht ein wenig einem Lazarett. Nur liegen in den kleinen Abteilungen auf Sesseln und Tischen keine Verwundeten, sondern Tätowierte, die sich die ein oder andere freie Körperstelle noch verschönern lassen wollen. Öffentlich zeigen sie zu bearbeitende Arschbacken, Rücken oder Wadeln her. Die meisten verziehen keine Miene, gejammert wird nicht, auch wenn Blut fließt und Tätowieren weh tut. Schließlich gibt's hier viele Zuschauer, wer will schon ein Weichei sein? Das monotone Surren der Tätowiermaschinen wird nur unterbrochen vom Musiklärm einer "erotischen Trachtenmodenschau", von Gruselzauberern oder Elvis-Imitatoren, die sich vorne auf der Bühne abstrampeln.

  Doch das Publikum schenkt ihnen nur wenig Beachtung. Vielmehr ging es ums Peckerl, um keltische Schnörkel,


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