"Unsere Gespräche"

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 48/04 vom 24.11.2004

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Wenn Politiker mit Journalisten ... Über die Zerstörung des öffentlichen Gesprächs durch Gespräche. 

Halbzeit. Zum festlichen Anlass hielt die "ZiB 2"-Moderatorin dem Kanzler etwas Kritisches vor. Selbst Gerd Bacher - of all people! - habe ihn als Schweigekanzler bezeichnet. Der Kanzler setzte sein charmantestes Lächeln auf und antwortete: "Aber Frau Thurnher, unsere zahlreichen Gespräche hier sind doch der schlagende Gegenbeweis." Frau Thurnher duckte diesen schlagenden Beweis ab und ging zu einer anderen Frage über. Was tut man als Interviewerin in so einem Fall? Man könnte natürlich erwähnen, was mit dem Vorwurf des Schweigens gemeint ist: das ostentative Ignorieren jener Fragen, welche öffentlich von einem Spitzenpolitiker beantwortet gehören. Aber das ist sinnlos, denn darauf folgt ein Schwung Wortmüll. Auf die Frage nach der Entmachtung der gewählten Hochschülerschaft im ukrainischen Stil kamen kanzlerseits äußerst besorgte Äußerungen,


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