Hype für Hayek

GERALD JOHN | Politik | aus FALTER 48/04 vom 24.11.2004

WIRTSCHAFT Die radikalen Lehren des Friedrich August von Hayek, Held der Neoliberalen, erleben in Österreich eine Renaissance. Dank der Regierung. 

Beim Sozialstaat fing für ihn der "Weg in die Knechtschaft" an. Die Idee der sozialen Gerechtigkeit bezeichnete er als "das trojanische Pferd, durch das der Totalitarismus gedrungen ist". Und die Arbeitslosigkeit wollte er auf über zwanzig Prozent emporschnellen lassen. Um den Gewerkschaften das Genick zu brechen.

  Der österreichische Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek ist ein Säulenheiliger der Neoliberalen. Am Höhepunkt des Ruhms stand der 1992 verstorbene Ökonom in den Achtzigern, als seine radikalen Lehren vom freien Markt in die Praxis umgesetzt wurden - in Thatchers Großbritannien und Reagans USA, nicht in Österreich. Hierzulande fanden die Konzepte des Sozialdarwinisten erst viel später Anklang. Genauer gesagt, seit Schwarz-Blau regiert.

Regierungsmitglieder wie Finanzminister Karl-Heinz Grasser halten nicht nur

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